Zurück zur Atomkraft – Wie der KI-Boom alte Reaktoren wiederbelebt

17 Dezember, 2025
Hinweis: Dieser Beitrag wurde (teilweise) mit Unterstützung von KI erstellt.

Das Kraftwerk Three Mile Island in Pennsylvania ist ein Symbol für die Risiken der Atomenergie. 1979 kam es dort zur schlimmsten Reaktorkatastrophe in der Geschichte der USA: eine partielle Kernschmelze im Block 2, die weltweit für Aufsehen sorgte und die Atomdebatte neu entfachte. Jahrzehntelang galt der Standort als Mahnmal – doch nun soll ein Teil des stillgelegten Kraftwerks wieder hochgefahren werden. Der Grund: der wachsende Energiebedarf durch künstliche Intelligenz.

Microsoft und der Hunger der Rechenzentren

Der US-Konzern Microsoft hat angekündigt, den gesamten Strom eines Reaktors von Three Mile Island für seine KI-Rechenzentren zu nutzen. Die Wiederinbetriebnahme soll bis 2028 erfolgen, mit Investitionen von rund 1,6 Milliarden US-Dollar. Der Betreiber Constellation Energy plant, das Kraftwerk in „Crane Clean Energy Center“ umzubenennen – ein Versuch, dem Projekt ein grünes Image zu verleihen.

Dabei ist die Motivation klar: KI-Anwendungen wie Sprachmodelle, Bildgeneratoren und autonome Systeme benötigen enorme Mengen an Strom. Microsoft will bis 2030 CO₂-neutral werden, doch der KI-Boom hat die Emissionen zuletzt steigen lassen. Atomstrom gilt als CO₂-arm – und damit als scheinbar ideale Lösung.

KI als Treiber fossiler Renaissance?

Die Rückkehr zur Atomkraft wirft grundsätzliche Fragen auf: Ist es vertretbar, historische Risikotechnologien zu reaktivieren, um digitale Innovationen zu ermöglichen? Der Reaktorblock, der nun wieder ans Netz soll, wurde 2019 aus wirtschaftlichen Gründen abgeschaltet. Die Wiederinbetriebnahme erfordert umfangreiche Umbauten – Turbinen, Generatoren und Kühlsysteme müssen erneuert werden.

Die US-Regierung unterstützt das Projekt mit einem Milliardenkredit. Es ist erst das zweite Vorhaben in den USA, bei dem ein stillgelegtes AKW reaktiviert wird. Der Trend zeigt: KI verändert nicht nur unsere Kommunikation, sondern auch unsere Energiepolitik.

Klimaneutral oder risikoignorant?

Atomkraft ist CO₂-arm, aber nicht risikofrei. Die Entsorgung radioaktiver Abfälle, die Gefahr von Unfällen und die hohen Kosten für Rückbau und Sicherheit bleiben ungelöst. Three Mile Island steht nicht nur für Energieproduktion, sondern für ein kollektives Trauma. Die Wiederinbetriebnahme könnte als technologische Fortschrittsverheißung verkauft werden – doch sie ist auch ein Rückschritt in Sachen Sicherheitskultur und Nachhaltigkeit.

Alternativen: Warum nicht grün?

Statt auf alte Reaktoren zu setzen, könnten KI-Rechenzentren mit erneuerbaren Energien betrieben werden – etwa durch Windparks, Solarstrom oder Geothermie. Auch die Effizienz der Rechenzentren selbst ließe sich verbessern. Doch der schnelle Weg scheint attraktiver: Atomstrom liefert rund um die Uhr, ist planbar und politisch durchsetzbar – zumindest in den USA.

Fazit

Die Wiederbelebung von Three Mile Island zeigt, wie stark der KI-Boom unsere Energiepolitik beeinflusst. Statt Innovation mit Nachhaltigkeit zu verbinden, greifen Unternehmen und Regierungen auf alte Technologien zurück, die einst aus guten Gründen abgeschaltet wurden. Atomkraft für KI mag kurzfristig effizient erscheinen – langfristig ist sie ein riskanter Deal mit der Vergangenheit.

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