{"id":707,"date":"2024-08-06T18:00:47","date_gmt":"2024-08-06T16:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/agencyx.bplaced.net\/mhneo22\/?p=707"},"modified":"2024-08-06T18:00:47","modified_gmt":"2024-08-06T16:00:47","slug":"schweres-umwelt-verbrechen-gefaehrliche-chemikalien-im-trinkwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agencyx.bplaced.net\/mhneo22\/2024\/08\/06\/schweres-umwelt-verbrechen-gefaehrliche-chemikalien-im-trinkwasser\/","title":{"rendered":"Schweres Umwelt-Verbrechen: Gef\u00e4hrliche Chemikalien im Trinkwasser"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><\/h1>\n\n\n\n<p>Im badischen Rastatt wurde 2012 eine riesige Fl\u00e4che mit PFAS, sogenannten Ewigkeitschemikalien, kontaminiert. Diese Chemikalien gelangten ins Trinkwasser und ins Blut der Menschen. Ein Umweltverbrechen mit Folgen bis heute.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die ersten Anzeichen<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2014 wurde durch eine Zufallsuntersuchung die Chemikalie PFAS im Trinkwasser festgestellt. Zun\u00e4chst wurde gesagt, dass es keine Gesundheitsgef\u00e4hrdung besteht. Doch viele Anwohner, wie Claudia Streichhahn, waren besorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Claudia Streichhahn h\u00f6rte zum ersten Mal von PFAS und beschloss, kein Leitungswasser mehr zu trinken. Im Sommer 2017 litt sie pl\u00f6tzlich an geschwollenen H\u00e4nden und Gelenkschmerzen. Die Diagnose: rheumatoide Arthritis.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Schweres Umwelt-Verbrechen: Gef\u00e4hrliche Chemikalien im Trinkwasser | Umwelt Crime\" width=\"1080\" height=\"608\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/DTxP4m9Otrs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Wasserwerk Rauntal<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Wasserwerk Rauntal versorgt 60.000 Einwohner mit Trinkwasser. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Olaf Kasprig entdeckte 2012 zuf\u00e4llig PFAS im Grundwasserbrunnen. Ein Jahr lang ahnte die Bev\u00f6lkerung nichts von der steigenden Belastung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Wert einen bestimmten Bereich erreichte, entschied sich Kasprig, das Wasserwerk zu sperren und die \u00d6ffentlichkeit zu informieren. Die Bev\u00f6lkerung war verunsichert und ver\u00e4rgert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verunsicherte Anwohner<\/h2>\n\n\n\n<p>Ulrich Schumann war einer der ver\u00e4rgerten Anwohner. Er fand es unfassbar, dass die Beh\u00f6rden nichts unternahmen und die Gefahr verharmlosten. Der Brunnen, der Claudia Streichhahn und Ulrich Schumann mit Trinkwasser versorgte, war besonders stark belastet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wasserversorger mussten nun ihr Grundwasser auf PFAS untersuchen. Die Trinkwasserversorgung und die Gesundheit von rund 200.000 Menschen in Mittelbaden waren in Gefahr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erste Ermittlungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Stadtwerke Rastatt und die Stadt Baden-Baden erstatteten Strafanzeige gegen unbekannt. Die lokalen Beh\u00f6rden begannen offiziell zu ermitteln. Die Beh\u00f6rden fanden eine entscheidende Spur auf Ackerfl\u00e4chen in der Region.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einem Ackerschlag in H\u00fcgelsheim entdeckten sie Hinweise darauf, dass PFAS ins Grundwasser eingetragen wurden. Die Beh\u00f6rden nahmen Proben vom Boden und aus dem Grundwasser.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle der Landwirte<\/h2>\n\n\n\n<p>Erik Reiss, ein Bauer aus der Region, erkl\u00e4rte, dass die PFAS \u00fcber Kompost auf die Felder gelangten. Der Kompost wurde von der Umweltpartner Vogel AG kostenlos an die Landwirte verteilt. Die Landwirte waren misstrauisch und bereuten ihr Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kompost stammte von einem lokalen Hersteller, der ihn aus Papierfasern herstellte. Diese Papierfasern hatten hohe PFAS-Gehalte. Die Landwirte verteilen den Kompost auf mehr als 3.000 \u00c4cker in der Region.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Hersteller des Komposts<\/h2>\n\n\n\n<p>Franz Vogel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Umweltpartner Vogel AG, erkl\u00e4rte, dass sie die Papierfasern nach Verhandlungen und Analysen annahmen. Allerdings \u00fcberschritten sie die erlaubten Mengen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vogel zahlte 40.000 Euro Bu\u00dfgeld f\u00fcr den Versto\u00df. Er erhielt jedoch 1,7 Millionen Euro f\u00fcr die Annahme der Papierschl\u00e4mme in nur knapp drei Jahren. Vogel behauptete, dass Kl\u00e4rschlamm schuld sei, was die Beh\u00f6rden jedoch ausschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Papierindustrie<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Papierfabriken, die die Papierschl\u00e4mme produzierten, sind schwer zu ermitteln. Die Journalistin Patricia Klatt recherchierte jahrelang dazu. Sie fand heraus, dass die Abf\u00e4lle der Papierindustrie auf \u00c4ckern verteilt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Papierfabriken existieren entweder nicht mehr, haben die Fragen nicht beantwortet oder der Weg der Papierschl\u00e4mme ist nicht mehr nachvollziehbar. Die Chemikalien h\u00e4tten nie in diesen Mengen auf die \u00c4cker gebracht werden d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Blutuntersuchungen und gesundheitliche Folgen<\/h2>\n\n\n\n<p>Als das Ausma\u00df der PFAS-Belastung 2014 ans Licht kam, waren viele Anwohner verunsichert. Sie fragten sich, ob sie die Chemikalien durch das Trinkwasser und Lebensmittel aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcrgerinitiative forderte Blutuntersuchungen. Erste inoffizielle Untersuchungen zeigten, dass die Blutwerte der Anwohner das F\u00fcnffache der Referenzwerte betrugen. Offizielle Blutuntersuchungen gab es erst 2018.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Langfristige Auswirkungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Grundwasser der Region muss aufwendig gereinigt werden. Die PFAS stecken bis zu 80 Meter tief in der Erde und breiten sich weiter aus. Eric Reiss muss das Wasser f\u00fcr sein Bew\u00e4sserungssystem reinigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reinigungsanlage kostete 50.000 Euro und verursacht laufende Kosten von 6.000 Euro im Jahr. Franz Vogel wurde zu 240.000 Euro Schadensersatz f\u00fcr Sanierungsma\u00dfnahmen und Bodenuntersuchung verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlussfolgerungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Insgesamt hat der PFAS-Skandal bislang Kosten von 40 Millionen Euro verursacht, getragen vom Steuerzahler. Rund 1.100 Hektar Boden und 170 Millionen Kubikmeter Grundwasser sind heute in Mittelbaden mit PFAS belastet.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Anwohner haben das Vertrauen in das Leitungswasser verloren. Trotz der Reinigungsma\u00dfnahmen bleibt die Belastung bestehen. Die Verantwortlichen m\u00fcssen zur Rechenschaft gezogen werden, um solche Umweltverbrechen in Zukunft zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Made with <a href=\"https:\/\/www.videoToBlog.ai\">VideoToBlog<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im badischen Rastatt wurde 2012 eine riesige Fl\u00e4che mit PFAS, sogenannten Ewigkeitschemikalien, kontaminiert. Diese Chemikalien gelangten ins Trinkwasser und ins Blut der Menschen. Ein Umweltverbrechen mit Folgen bis heute. Die ersten Anzeichen Im Fr\u00fchjahr 2014 wurde durch eine Zufallsuntersuchung die Chemikalie PFAS im Trinkwasser festgestellt. Zun\u00e4chst wurde gesagt, dass es keine Gesundheitsgef\u00e4hrdung besteht. Doch viele Anwohner, wie Claudia Streichhahn, waren besorgt. Claudia Streichhahn h\u00f6rte zum ersten Mal von PFAS und beschloss, kein Leitungswasser mehr zu trinken. Im Sommer 2017 litt sie pl\u00f6tzlich an geschwollenen H\u00e4nden und Gelenkschmerzen. Die Diagnose: rheumatoide Arthritis. 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