Review: Anno 117 – Pax Romana

2 Januar, 2026
Hinweis: Dieser Beitrag wurde (teilweise) mit Unterstützung von KI erstellt.

Mit Anno 117: Pax Romana wagt Ubisoft einen mutigen Schritt: weg von der Industrialisierung, hinein in die Antike. Nach dem gigantischen Erfolg von Anno 1800 sind die Erwartungen naturgemäß enorm. Und ja – die Fußstapfen sind groß. Doch schon nach den ersten Stunden wird klar: Anno 117 versucht nicht, Anno 1800 zu kopieren, sondern setzt bewusst eigene Akzente. Das Ergebnis ist ein Spiel, das zum Release überraschend umfangreich wirkt, gleichzeitig aber noch einige Ecken und Kanten zeigt, die in den kommenden Monaten sicher geschliffen werden.

Ein Start, der sich sehen lassen kann

Vergleicht man den Launch von Anno 117 mit dem damaligen Start von Anno 1800, fällt sofort auf: Die neue Ausgabe bietet von Anfang an deutlich mehr Systeme, Mechaniken und Möglichkeiten. Während Anno 1800 sich erst über mehrere DLCs zu dem gigantischen Koloss entwickelte, den wir heute kennen, liefert Anno 117 bereits zum Release eine breite Palette an Produktionsketten, Bevölkerungsstufen, Infrastruktur und militärischen Optionen.

Das bedeutet nicht, dass Anno 117 schon jetzt an die Tiefe seines Vorgängers heranreicht – aber es legt ein solides Fundament, das spürbar auf langfristige Erweiterbarkeit ausgelegt ist.

Kinderkrankheiten: Balancing und Infrastruktur

Wie bei jedem großen Aufbauspiel gibt es zum Start ein paar typische Kinderkrankheiten. Besonders auffällig ist das Balancing rund um öffentliche Einrichtungen. Die Frage „Wie viele Mediziner, Feuerwehren und Sicherheitseinheiten braucht man eigentlich?“ stellt man sich häufiger, als einem lieb ist. Manche Gebäude wirken überdimensioniert, andere wiederum scheinen kaum Wirkung zu entfalten. Hier besteht definitiv Optimierungsbedarf.

Auch der Seehafenbau fühlt sich aktuell etwas eingeschränkt an. Die Grundfunktionen sind vorhanden, aber im Vergleich zu den komplexen Hafenanlagen aus Anno 1800 wirkt das System noch etwas zu kompakt. Mehr Module, mehr Spezialisierungen und mehr visuelle Vielfalt würden dem Ganzen guttun.

Landkampf: Ein neues Kapitel für die Serie

Eine der größten Neuerungen ist der Landkampf. Palisaden, Tore, Mauern aus Stein – Anno 117 führt erstmals ein echtes Bodenkampfsystem ein, das sich organisch in die Spielwelt einfügt. Die Einheitenvielfalt ist überraschend groß, und viele Truppen fühlen sich sinnvoll und gut durchdacht an.

Allerdings zeigt sich auch hier: Die Menüs in den Kasernen sind funktional, aber noch nicht optimal. Es wirkt, als hätten die Entwickler bewusst Platz gelassen, um später weitere Einheiten oder Spezialisierungen nachzureichen. Das ist einerseits spannend, andererseits merkt man, dass das System noch nicht ganz ausgeschöpft ist.

Seekampf und Werften: Solide, aber ausbaufähig

Ähnlich verhält es sich mit dem Seekampf. Die Grundlagen sind da, die Schiffe sehen großartig aus, und die Gefechte machen Spaß. Doch die Menüs in den Werften wirken ebenfalls etwas reduziert. Auch hier scheint Potenzial für zusätzliche Schiffstypen, Ausrüstungen oder taktische Optionen vorhanden zu sein. Für ein Spiel, das in der römischen Antike spielt, wäre eine größere Vielfalt an Kriegsschiffen durchaus denkbar.

Dekoobjekte und Interface: Viel Inhalt, wenig Übersicht

Positiv hervorzuheben ist die große Menge an Dekoobjekten, die bereits zum Start verfügbar ist. Das zeigt, dass die Entwickler Wert auf Atmosphäre und Gestaltung legen. Gleichzeitig birgt das neue Interface eine gewisse Gefahr: Mit jeder Erweiterung könnte es schnell unübersichtlich werden. Schon jetzt merkt man, dass man sich durch viele Menüs klicken muss, und bei weiterem Wachstum könnte das UI an seine Grenzen stoßen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Fazit: Ein starker Start mit enormem Potenzial

Anno 117: Pax Romana ist ein würdiger neuer Teil der Serie. Es ist nicht so umfangreich wie Anno 1800 – aber das wäre zum Release auch kaum realistisch. Stattdessen präsentiert es sich als modernes, mutiges Anno, das viele neue Ideen einführt und gleichzeitig die klassische DNA bewahrt.

Die Kinderkrankheiten sind da, aber überschaubar. Die neuen Systeme wie der Landkampf sind spannend, wenn auch noch nicht vollständig ausgereift. Hafenbau, Werften und Interface könnten mehr Tiefe vertragen. Doch das Fundament ist stark, und das Potenzial für Erweiterungen riesig.

Für Fans der Serie ist Anno 117 ein Muss. Für Neueinsteiger ein hervorragender Einstiegspunkt. Und für alle, die langfristige Aufbau- und Strategiespiele lieben, ein Titel, der in den kommenden Jahren sicher noch wachsen wird.

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