Am 29. November 2025 wurde in Gießen die neue Jugendorganisation der AfD gegründet: „Generation Deutschland“ (GD). Sie tritt die Nachfolge der „Jungen Alternative“ (JA) an, die sich im Frühjahr aufgelöst hatte, nachdem der Verfassungsschutz sie als gesichert rechtsextremistisch eingestuft hatte Echo Online zdfheute.de. Die AfD versucht mit GD einen Neuanfang, doch die personelle Besetzung und die programmatische Ausrichtung lassen Zweifel daran aufkommen, ob tatsächlich eine inhaltliche Abkehr von extremistischen Tendenzen erfolgt.
Die neue Organisation ist eng an die AfD angebunden und kein eigenständiger Verein mehr. Damit will die Partei mehr Kontrolle über ihre Jugendbewegung ausüben. Doch die Nähe zur Mutterpartei bedeutet auch, dass radikale Strömungen innerhalb der AfD direkt Einfluss auf die Jugendorganisation nehmen können zdfheute.de.
Der Vorsitzende: Jean-Pascal Hohm
Zum Vorsitzenden wurde der 28-jährige Jean-Pascal Hohm gewählt, Landtagsabgeordneter in Brandenburg und Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Cottbus Echo Online zdfheute.de. Der Verfassungsschutz führt ihn als einen von fünf rechtsextremen Landtagsabgeordneten der AfD. Hohm gilt als „Vernetzungsakteur“ innerhalb der Partei und nutzt unter anderem die Fußballszene in Cottbus, um Nachwuchs für die AfD zu gewinnen Echo Online.
Seine Wahl mit über 90 Prozent der Stimmen zeigt, dass die Delegierten bewusst einen Vertreter des rechten Randes ins Amt gehoben haben zdfheute.de. Damit ist klar: Die neue Jugendorganisation wird nicht weniger radikal sein als ihr Vorgänger.
Massive Proteste in Gießen
Die Gründung wurde von zehntausenden Demonstrierenden begleitet. Laut Polizei waren es rund 25.000 bis 30.000 Menschen, das Bündnis „Widersetzen“ sprach sogar von über 50.000 Abendzeitung München Bayerischer Rundfunk. Die Proteste verliefen größtenteils friedlich, doch es kam auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzte Frankfurter Rundschau Abendzeitung München.
Die Stadt Gießen erlebte einen der größten Polizeieinsätze ihrer Geschichte. Blockaden verzögerten den Beginn des Gründungskongresses um mehr als zwei Stunden, viele der rund 800 geplanten Teilnehmer kamen nicht durch zdfheute.de.
Ein kritisches Signal für die Demokratie
Die Gründung von „Generation Deutschland“ ist kein harmloser organisatorischer Schritt, sondern ein Versuch der AfD, ihre Nachwuchsarbeit neu zu strukturieren und gleichzeitig radikale Inhalte weiterzutragen. Die Wahl von Hohm zeigt, dass die Partei bewusst auf Personen setzt, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft sind.
Die Jugendorganisation soll laut Beobachtern zwei Funktionen erfüllen:
- Magnet für junge Wählerinnen und Wähler, die sich von nationalistischen Parolen angesprochen fühlen.
- Kaderschmiede für die Partei, um Nachwuchs für politische Ämter auszubilden zdfheute.de.
Damit wird deutlich: Die AfD baut ihre Strukturen langfristig aus und versucht, ihre Ideologie über die Jugend zu verankern.
Fazit
Die Gründung der AfD-Jugendorganisation in Gießen ist ein Warnsignal für die demokratische Gesellschaft. Trotz des neuen Namens bleibt die Nähe zu rechtsextremen Positionen bestehen. Der Vorsitzende Jean-Pascal Hohm ist kein unbeschriebenes Blatt, sondern ein bekannter Akteur im extremistischen Spektrum. Die massiven Proteste zeigen, dass viele Menschen diese Entwicklung kritisch sehen und bereit sind, für demokratische Werte einzutreten.
Mit „Generation Deutschland“ versucht die AfD, ihre Jugendbewegung zu professionalisieren – doch inhaltlich bleibt sie gefährlich nah an extremistischen Ideologien.
Sources: Frankfurter Rundschau Echo Online Abendzeitung München zdfheute.de Bayerischer Rundfunk